Verbraucher im Fokus - Wohnwünsche 2010
WOHNWÜNSCHE der Verbraucher
Autor: Dr. Jörg Sieweck
Grundlage der Studie ist eine exklusiv durchgeführte Primärerhebung in Form von über 500 Einzelinterviews. Die Probanden wurden aus dem Online-Access-Panel der Innofact AG rekrutiert. Grundgesamtheit ist die deutsche Wohnbevölkerung im Alter von 16 bis 65 Jahren, die Entscheidungen über die Wohnsituation in ihrem Haushalt treffen oder daran beteiligt sind.
Mit ihrer aktuellen Wohnsituation ist hiernach die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung sehr zufrieden (22 Prozent) bis zufrieden (64 Prozent). Dennoch ziehen jährlich mehr als 4 Mio. Menschen um. Nicht die Unzufriedenheit mit der eigenen Wohnsituation ist in den meisten Fällen ausschlaggebend, sondern oft sind es persönliche Gründe wie Scheidung/ Hochzeit/ Auszug aus dem Elternhaus (37 Prozent) oder eine zu klein gewordene Wohnung (30 Prozent) z. B. durch Nachwuchs oder die Eigentumsbildung (21 Prozent), die zum Umzug führen. Mangelnder Komfort (16 Prozent) oder ein schlechter Zustand der Wohnung (15 Prozent) werden als Umzugsgrund wesentlich seltener genannt. 40 Prozent möchten die Wohnqualität in ihrer aktuellen Wohnsituation verbessern; 31 Prozent wollen hingegen alles weitgehend so belassen wie es derzeit ist.
Die Mehrheit strebt nach Wohneigentum. Zwei Drittel der Befragten würden gerne im eigenen Haus leben, jeder Fünfte in einer Eigentumswohnung. Nur jeder Siebte möchte zur Miete wohnen. Der Traum vom eigenen Haus ist nach wie vor aktuell: 41 Prozent der Befragten würden gerne am Stadtrand und 25 Prozent auf dem Land wohnen. Dabei bevorzugen 44 Prozent der 50- bis 65-Jährigen eine Wohnlage auf dem Land, von den 16- bis 29-Jährigen sind es dagegen nur 35 Prozent. In der jungen Generation steht für mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) eine Wohnlage in einer Stadt ganz oben auf der Wunschliste.
Der Cocooning-Trend hält an. Die Konsumenten wollen lieber zu Hause bleiben, wo sie sich geborgen fühlen. Dafür sind sie auch trotz sinkender Realeinkommen nicht bereit, sich einzuschränken und weniger Geld auszugeben. Nur 21 Prozent der Befragten wollen bei den Ausgaben im Wohnbereich in diesem Jahr Einsparungen vornehmen. Trendforscher beobachten eine neu erwachte Sehnsucht nach Privatheit. Die Menschen möchten sich zu Hause entspannen. Nicht verwunderlich ist es daher, dass die Wohnqualität immer mehr in den Fokus rückt. Und stärker als früher unterliegt der Bereich des Wohnens modischen Lifestyle-Aspekten.
Konkrete Pläne für Ausgaben im Wohnbereich konzentrieren sich primär auf das Wohnzimmer und das Bad (jeweils 42 Prozent), gefolgt von Küche (35 Prozent) und Außenanlage (28 Prozent). Für Renovierungen in der Wohnung oder im Haus wollen die investitionsbereiten Haushalte in den nächsten Jahren jeweils über 20.000 Euro ausgeben, Ältere Bundesbürger (50 Jahre bis 65 Jahre) planen sogar Ausgaben von fast 28.000 Euro.
Für Wohnungsinvestitionen wird gespart: Insgesamt haben die Verbraucher nach eigenen Angaben durchschnittlich über 9.000 Euro für Bestandsoptimierungen angespart. In Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mehr als 2.500 Euro sind es fast 12.000 Euro, die für diesen Zweck bisher beiseitegelegt wurden. Während der Spareifer für Wohnwünsche stark ausgeprägt ist, zeigen sich die Verbraucher bei der Aufnahmebereitschaft von Krediten für Wohnwünsche deutlich reservierter. Für 36 Prozent kommt dies überhaupt nicht in Frage, 21 Prozent haben in der Vergangenheit einen Kredit für Wohnwünsche. Wenn ein Kredit für die Erfüllung von Wohnwünschen aufgenommen würde, dann wären 43 Prozent der Befragten bereit, diesen für den Kauf einer neuen Küche in Anspruch zu nehmen, 39 Prozent für eine neue Heizungsanlage und 35 Prozent für die Erfüllung von Wohnwünschen im Wohnbereich/Wohnzimmer sich Geld bei einer Bank oder Sparkasse zu leihen.
Umfang der Studie WOHNWÜNSCHE der Verbraucher:
180 Seiten DIN A4 mit 184 Tabellen und Übersichten
Lieferformat: PDF
